Vulkanismus
Tongariro – Der Filmstar unter den Vulkanen
Das Durchqueren des Tongariro Vulkanmassivs, der so genannte Tongariro Alpine Crossing, ist wohl der bekannteste Wanderweg Neuseelands und das nicht erst seitdem es zu einer der Hauptkulissen des epischen Filmdreiteilers „Der Herr der Ringe“ erwählt wurde. Wo im Film Frodo versucht den Ring in den Vulkan zu werfen, tummeln sich am Fuß des pittoresken Ngauruhoe Vulkankegels in der realen Welt unzählige Touristen, internationale wie heimische und wandeln zwischen schroffen Lavabrocken zum Red Crater, den Emerald Lakes oder hinauf zum Blue Lake »»
Kljutschewskoi und Tolbatschik – Die Vulkangiganten des Nordens
Kljutschewskoi – ein Name ebenso imposant, wie der eines großen russischen Dichters und Denkers. Eigentlich hört Russlands Pyramide offiziell auf den Namen Kljutschewskaja Sopka (Ключевская сопка), doch selbst den Einheimischen scheint diese Bezeichnung viel zu lang. Der Feuerberg vereint gleich mehrere Superlative; er ist ein Stratovulkan wie aus dem Bilderbuch und mit knappen 4800 Metern der höchste Vulkan der eurasischen Kontinentalplatte, sogar der nördlichen Halbkugel. Er ist majestätisch, hoch, schneebedeckt und unnahbar, mit perfektem Konus sowie Teil eines der größten vulkanischen Systeme unseres Planeten, welches so groß und markant ist, dass es sogar vom All aus mit dem bloßen Auge zu erspähen ist. Nördlich des Kljutschewskoi findet man neben der Siedlung Kljutschi (Ключи), dem Namensgeber des Vulkans, auch den Fluss, dem wiederum die Halbinsel Kamtschatka ihren Namen verdankt. Kljutschi ist das Tor zu den nördlichen Gebieten Kamtschatkas, z.B. zum unberechenbaren und weit ausladenden Vulkan Schiwelutsch (Шивелуч), von dort kann man aber auch auf verschlungenen Waldwegen in den menschenleeren Osten als auch in den Süden des vulkanischen Bergclusters vorstoßen, der Heimat des Vulkans Tolbatschik (Толбачик) »»
Eishöhlen und Fumarolen – Die vulkanische Seele Südkamtschatkas
Mutnowski und Goreli heißen die vulkanischen Protagonisten im Süden Kamtschatkas; zweite Orte, an denen viele der Touren durch Kamtschatka Halt machen und wo Menschen mit den zugegebenermaßen schwächeren Erscheinungsformen der größten Kraft auf unserem Planeten auf Tuchfühlung gehen. Im Süden liegt auch die Provinzhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski nebst Vorort Jelisowo, dem Flugplatz der die großen und kleinen Flieger aus Moskau und anderen Orts kommend aufnimmt. Wohl einmalig auf der Welt ist der dortige Landeanflug, wenn man an der Spalier stehenden feurig roten Awatschinskaja Sopka und der majestätischen Korjakskaja Sopka entlang schwebt und gleichzeitig den ersten Kontakt zur vulkanischen Seele Kamtschatkas aufbauen kann. In Petropawlowsk-Kamtschatski ticken die Uhren merklich langsamer und speziell bei Wind und Regen vermischt sich das Wetter untrennbar mit dem rauen Charme der Marktfrauen »»
Spalteneruption 2012 am Tolbatschik
Linksammlung der besten Bilder und Videos der Ende 2012 begonnenen Spalteneruption an der Südseite des Tolbatschiks auf Kamtschatka in Russland »»
Tavurvur in Schwarz und Weiß
Die großen Wolkenpakete des Südost-Passatwinds sind Stammgäste über Papua-Neuguinea, dem drittgrößten Inselstaat der Welt. Der Tanz gehalten von Sonne und Wolken ruft teilweise spektakuläre Lichtstimmungen hervor, die den relativ kleinen Stratovulkan Tavurvur in der Rabaul Caldera äußerst fotogen erscheinen lassen; derart fotogen, dass sich das Experimentieren mit Schwarz-Weiß-Umsetzungen lohnt. Anbei ein paar Interpretationen bereits bekannter Aufnahmen »»
Sunda, die Straße am Feuerberg
Wenn das normalerweise vom Erdmantel verhüllte Magma zu Tage tritt und in direkten Kontakt mit Wasser kommt, dann spricht der Experte lediglich leicht unterkühlt von einer phreatomagmatischen Eruption, die uns bekannte Welt hingegen wird mit einer Explosivkraft konfrontiert, die mehrere hundert Hiroshima-Bomben stark sein kann. Im Jahre 1883 ereignete sich ein derartiger Vulkanausbruch epischen Ausmaßes. Über 20km3 Gestein und Asche wurden in bis zu 25km die Höhe katapultiert und ein bis zu 40 Meter hohen Tsunami fegte die Dörfer auf den umliegenden Inseln von der Landkarte. Ort dieser Katastrophe war das indonesische Archipel, genauer gesagt die Sunda-Straße zwischen Sumatra und Java, wo heute bereits der Nachfahre des einst explodierten Feuerbergs in den Startlöchern steht und regelmäßig neue Ausbrüche in den Himmel schickt: Der Anak Krakatau, an den das Leben nach und nach zurückkehrt, vor allem unter Wasser »»
Rabatz bei Rabaul – Der Hexenkessel des Tavurvur
Rabaul, eine Siedlung im Osten des magisch-exotischen Papua-Neuguineas, hat weltweit wohl eine der buchstäblich heißesten Stadtchroniken. Zum einen ist es bei ~30°C und ~90% Luftfeuchtigkeit unglaublich schwül, zum anderen geriet Rabaul im Zweiten Weltkrieg massiv zwischen die Fronten der Amerikaner und Japaner, wurde zum Spielball im heftigen Kampf um die Vorherrschaft im Pazifik. Doch das ist nur die jüngere Geschichte. Die viel größere Bedrohung ging von Anfang an von Naturgewalten aus, denn seit Menschengedenken prallen an diesem fernen Fleck Erde die mächtigsten Kräfte unseres Planeten ungebremst aufeinander und nehmen speziell das östliche Ende der Insel Neubritannien in die vulkanische Zange. Erdbeben sind an der Tagesordnung und gespeist von einer nur 3 bis 4 Kilometer tief liegenden Magmakammer toben sich dort mit Vulcan Crater und dem daueraktiven, hochexplosiven Biest Tavurvur gleich zwei Feuerberge ordentlich aus. Doch trotz aller Zerstörung kommen Natur und Mensch immer wieder an diesen Ort zurück und speziell unter Wasser sprüht das Leben nur so vor Vielfalt »»
Staubwischen zwecklos… Unterwegs in der Danakilwüste
Die Debatte über den heißesten Ort der Erde ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Mitbürger, die ihr Schlafzimmer unter den Top 10 jener Orte wähnen, seien hiermit enttäuscht, denn während man sich halb zehn in Deutschland genüsslich das zweite Frühstück hinter die Kiemen schiebt, geht in der äthiopischen Danakilwüste die Sonne buchstäblich auf die Barrikaden und sengt alles nieder, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Bäume..? Wenn es denn mal welche gäbe… Der April ist bereits einer der heißeren Reisemonate, denn dann macht die Danakil mit fiesen kleinen staubigen Böen und Höchsttemperaturen von bis zu 65 Grad im nicht vorhandenen Schatten ganz unmissverständlich klar, wer hier der Chef im Ring ist »»
Dallol – Wie auf einem anderen Stern
Der Dallol ist die tiefst gelegene vulkanische Erscheinung auf dem Festland und obendrein der Hitzepol der Danakilwüste. Hier sammelt sich nicht nur die backofenartige Luft, sondern werben diverse, chemisch angereicherte Tümpel und deren extrem farbenreiche Salze um die Gunst der Netzhaut. Wenn zu den Füßen teilweise pure Säure aus dem Boden sprudelt und auch die ein oder andere Schwade ätzenden und übel riechenden Dampfs vorbeizieht, dann klingt das unwirtlich und alles andere als einladend. Besucher allerdings belohnt dieses weltweit einzigartige geothermale Highlight mit einem Feuerwerk an Farben, Formen und Phantasie »»
Kontinentaldrift en miniature – Der Lavasee des Erta Ale
Echte Lavaseen sind auf diesem Planeten rar gesät. Aktuell ist lediglich eine Hand voll bekannt und dann steht auch noch die Herausforderung, ob und wie man an dessen Ufer gelangen kann im Raum. In der äthiopischen Danakilsenke findet man den wohl interessantesten, schönsten und mythischsten seiner Art – den Lavasee des Erta Ale »»