Sunda, die Straße am Feuerberg
Wenn das normalerweise vom Erdmantel verhüllte Magma zu Tage tritt und in direkten Kontakt mit Wasser kommt, dann spricht der Experte lediglich leicht unterkühlt von einer phreatomagmatischen Eruption, die uns bekannte Welt hingegen wird mit einer Explosivkraft konfrontiert, die mehrere hundert Hiroshima-Bomben stark sein kann. Im Jahre 1883 ereignete sich ein derartiger Vulkanausbruch epischen Ausmaßes. Über 20km3 Gestein und Asche wurden in bis zu 25km die Höhe katapultiert und ein bis zu 40 Meter hohen Tsunami fegte die Dörfer auf den umliegenden Inseln von der Landkarte. Ort dieser Katastrophe war das indonesische Archipel, genauer gesagt die Sunda-Straße zwischen Sumatra und Java, wo heute bereits der Nachfahre des einst explodierten Feuerbergs in den Startlöchern steht und regelmäßig neue Ausbrüche in den Himmel schickt: Der Anak Krakatau, an den das Leben nach und nach zurückkehrt, vor allem unter Wasser »»
Wie Ying & Yang – Reiseerfahrungen in Nordindien
Der Name „Indien“ ist ein großer, verbunden mit viel Romantik, Exotik und einer einzigartigen religiösen als auch kulturellen Welt. Indien kann aber auch unglaublich extrem sein, alle Bereiche und Facetten des Lebens betreffend. Nicht-Inder stellt der Subkontinent vor teilweise sehr harte Prüfungen, er kann unglaublich belohnend, zeitgleich aber auch zu Grunde richtend sein. Anbei ein paar Gedanken und Hinweise, sowie Erfahrungen die man zwangsläufig macht, wenn man Nordindien als Teil der Inder von Kalkutta bis nach Rajasthan und ins Punjab bereist »»
Göttliches Vārānasi – Zum Himmel hoch stinkend
Vārānasi, die Millionenstadt am Ganges, ist eine der ältesten Städte Indiens und Zentralheiligtum des Hinduismus. Keines der Indien-typischen Bilder ist weltweit wohl so bekannt wie die Ghats genannten Flussufer und die sich dort im Ganges waschenden und betenden Hindus. Es gibt kein besseres Spiegelbild der Hindu-Gesellschaft als diesen Fluss. Für viele von ihnen ist Vārānasi definitiv der heiligste Ort der Welt, einige wenige allerdings missbrauchen dies und schöpfen das Potential den Glauben ausbeuten zu können rücksichtlos aus »»
Jodhpur – Wo sich Shiva und Allah die Hand reichen
In Jodhpur ist der Ruf des Muezzins schon lauter. Arabien rückt näher. In Jodhpur ergänzen sich die Einflüsse zweier Welten und bilden eine sehr interessante Schnittstelle zwischen indischem und arabischem Kulturkreis. Die kleinen pittoresken Straßen mit ihren historischen Häusern, Haveli genannt, quellen nur so vor Leben über. Doch wie eng die Gasse auch sein mag, ein Blick auf das wie ein Schlachtschiff vor den Toren der Stadt liegende massive Mehrangarh Fort ist eigentlich immer möglich. Zentrum der Stadt ist der Uhrenturm mit dem ihm umgebenden alten Markt, dessen außergewöhnliches Sortiment nicht wundern lassen würde, wenn man sogar angekaute Kaugummis kaufen könnte »»
Muskelspiele mit dem Nachbarn – Die Grenzzeremonie von Attari/Wagah
Das Indien und Pakistan nicht die allerbesten Freunde sind ist weithin bekannt. Allabendlich werden am Grenzposten zwischen Attari und Wagah im Rahmen einer eigenwilligen Zeremonie die Flaggen eingeholt und die Grenze geschlossen. Ein Love Parade ähnliches Spektakel gewürzt mit einer gehörigen Prise Nationalismus, dem man sowohl als Inder, Pakistaner als auch ausländischer Tourist beiwohnen darf »»
Jaipur – Rajasthans Rosaroter Panther
Das die Netzhaut kitzelnde Rosarot ist in Rajasthan traditionell die Farbe der Gastfreundschaft. In Jaipur, der Hauptstadt der Rajputen, wurde gar die komplette Altstadt in dieses symbolträchtige Farbgewand gehüllt. Jaipur ist dabei wie ein Panther auf dem Sprung: anmutig und voller Energie zugleich, ist quirliger Lebensmittelpunkt von über 2 Millionen Menschen, ist Universitäts- und Industriestadt ebenso wie kulturgeschichtliche Lichtgestalt. Das Schaffen des Maharajas Jai Singh II. bescherte Jaipur einen Reichtum an imposanten Bauten wie dem Palast der Winde, dem Palast des Wassers, der größten Sonnenuhr der Welt sowie beeindruckenden Festungen wie dem pittoresken Jaigarh Fort oder aber wehrhaften Nahargarh Fort »»
Wenn die Gusche brennt… Kulinarische Begegnungen in Indien
Für Gourmets und Gourmands ist der indische Subkontinent ein Schlaraffenland, besonders wenn es um Hähnchen, Fisch, Lamm und natürlich vegetarische Spezialitäten geht. Im Staate Punjab zum Beispiel kann man sich das weltberühmte Chicken Tandoori mal im Original auf der Zunge zergehen lassen, während die Küche Bengalens wiederum die ersten zarten Thai-Einflüsse auf die indische Kost durchblicken lässt. Auch die nordindische Cuisine kann einem ordentlich einheizen. Wirklich böse wird es, wenn eine Zutat ins Spiel kommt die dem Tränengas des indischen Militärs den letzten Schliff gibt, das fast reine Capsaicin der extrem scharfen Bhut Jolokia Chili »»
Fatehpur Sikri – Die Geisterstadt der Großmoguln
Lediglich eine Stunde Autofahrt vom weltberühmten Taj Mahal entfernt liegt ein Kleinod der indischen Geschichte. Die Stadt Fatehpur Sikri diente zwar nur von 1571 bis 1585, damit nur sehr kurz und vor langer Zeit als Hauptsitz des Großmoguls Akbar, die Gemächer und Bauten aber sind in einem Zustand als ob erst vor kurzem Wohnungsübergabe war. Ganz ohne Leben sind die heilige Stadt Fatehpur und der Königssitz Sikri nicht, denn zahlreiche Touristen mäandern heute über in roten Sandstein gesetzte Mosaike und weißen Marmor von höchster Qualität »»
Wolke sieben für Nager – Der Rattentempel ‘Karni Mata’ in Deshnok
Von Kühen, über Elefanten, Flüssen bis hin zu Affen kann in Indien so ziemlich alles heilig sein, was einem vor die Nase kommt. Eine der wohl merkwürdigsten Huldigungen aber ist in Deshnok an der Tagesordnung. Die kleine Wüstenstadt im westlichen Rajasthan ist die Bühne eines Sakralbaus in dem Karni Mata verehrt wird. Diese Schutzgöttin der Rajputen und Reinkarnation der Göttin Durga schart in Form von vierbeinigen Nagern die Seelen der Verstorbenen um sich: im Rattentempel »»
Schwimmstufen – Der Brunnen von Abhaneri
Der Stufenbrunnen Chand Baori in Abhaneri ist alles andere als ein Treppenwitz. Seine ungewöhnliche Bauweise garantiert den normalerweise in Trockenheit lebenden Rajputen im Grunde das ganze Jahr über einen Wasservorrat und die vielen Treppen sorgen dafür, dass die Menschen auch von jeder Seite an das kostbare Nass gelangen können. Betrachtet man nur seine Architektur, dann fühlt man sich wie im Spiegelkabinett der tausend Stufen, sondern erkennt die Schönheit Shivas und die damit eng verbundene Verehrung der wichtigsten Elemente des Lebens »»