Hiloola CoverWer schreit hier nach einem Halleluja? Jetzt gibt es doch Hiloola, aus dem Hause Moshic. Hiloola, das rundum-sorglos Paket mit der groovenden Kraft die alles weißer wäscht.

Keine Sorge, hinter diesem Intro verbirgt sich nicht das verbale Werben eines religiösen Waschmittels. Es dreht sich um nichts Geringeres als Moshic Shlomis drittes Album, der ja bekanntermaßen “das Beste aus Israel, seit dem Falafel”1 ist. Wer in letzter Zeit die DJ-Sets des Israelis verfolgte, der wird schnell Zugang zu Hiloola und dessen Klangcharakter finden. In so ziemlich jedes neuere DJ-Set lies der Israeli die Klänge seines neuen Albums mit einfließen. Hiloola knüpft un- und eigentlich nahezu nahtlos dort an, wo Salamat einst aufhörte. Ausgewählte Vocals, trommelndes Tribal, mitreißende Grooves und unbeschreiblich tiefgehende Flächen. Nicht nur echte Fans wissen das genau jene perfekt ausbalancierten Elemente eine Mischung ergeben, die allerorts einfach nur noch als Moshic-Style bekannt und verehrt ist. Und nichts Anderes kommt im neuen Longplayer zur Sprache.

Auch dieses Mal erreicht uns aus dem Hause Contrast Records wieder ein 2 CDs umfassendes klangliches Meisterwerk. Silberling Nummer eins ist voll und ganz dem flächig-hypnotischen Sound gewidmet, der irgendwo zwischen progressivem House und Trance geortet werden kann, während die zweite CD eher etwas für die ruhigen Gemüter und Chill-Out präferierenden unter uns beisteuert. Ohne großes Federlesen startet Herr Shlomi in die fast 70minütige, beatorientierte erste Hälfte seines neuen Albums. Spätestens beim zweiten Stück “Tetwan” kommen genau jene ethnisch-tribalen Stilelemente zum Tragen, die jeden qualitätsliebenden Liebhaber elektronischer Klänge nicht still sitzen lassen: Im Soundkosmos verhallende Synthyklänge nebst akzentuierender Hihats und Shaker. Das Ganze kommt mit einer Vielzahl und Diversität aufgeschlüsselter Percussions wuchtig und treibend angeritten als ob die Mongolen wieder vor der Haustür stünden. Mit dem einzigen Unterschied, dass man dieser Klangarmee keinerlei Mauer entgegensetzen möchte…

Egal welches Album, die Vielzahl der Moshic-Produktionen hat Eines gemeinsam: Es ist immer wieder eine Freude den fein ausziselierten Rhythmusstrukturen zuhören zu dürfen. Teilweise spannt der Israeli diese auf einen gut 32/4 Takte umfassenden Bogen und lässt diesen dann in guter alter Progressive-Manier Uplifting kulminieren, ohne dabei unnötig käsig daher zu kommen. In Weiterentwicklung zu Salamat setzt Moshic den Fokus mehr und mehr auf eher organisch klingende Elemente. Zum Beispiel wird der erste Titel “Bat Kol” von querflöten- bzw. oboenartigen Synthyklängen dominiert, während man anderswo wiederum auf eher E-Gitarrenähnliche oder aber zarte Synthy-Einspielungen posaunenartiger Klangmuster trifft.

Dieses Album zeigt seine Qualitäten nicht nur auf dem Dancefloor, sondern auch im Autoradio bzw. wenn es im Hintergrund beim Hemden bügeln einfach so vor sich hinplätschert. Denn, Hiloola ist durch und durch ein echter Moshic, der an seinem bewährten Konzept und Soundelementen fest hält und mit fein eingestreuten neuen Ideen das arg gebeutelte Progressive-Genre wiederbelebt, vielleicht sogar neu belebt.

CD1 - Progressive
Bat Kol
Tetwan
Heaven (Prog Mix)
Life Novelty
Sultana
Jordan From West
Beauty To Ash
Ananim
Soma Soma

CD2 - Downtempo
Idra Rara
Am I Standing On The Right Side
Hiloola
How To Pure Madness
Wedding Mars
Meet You In Eden
Heaven
You Feel
Crazy About You

*1 - Pete Tong war anläßlich Moshics 2003er Essential Mix (BBC Radio 1) der Meinung arabisches Falafel als israelisch deklarieren zu müssen.