Pokerflat & Dessous im Watergate, die Zweite

Letzten Samstag trat der Club an der Oberbaumbrücke erneut den Beweiss an, dass er ein Schwergewicht in der Champions League des Clubbing ist.

Eines vorweg, diese Rezension hat ganz bewußt keine aktuellen Fotos der letzten Pokerflat Nacht. Der Eigentümer möchte das Fotoverbot wieder straffen und das kann man schlecht verargumentieren, wenn jemand mit einer Extrawurst, sprich ner umso größeren Spiegelreflex in der Hand rumrennt. Mir persönlich kommt das Fotoverbot für Kompaktknipsen sehr gelegen, unterstreicht es doch die Exklusivität der hier gezeigten Bilder. Und neue Impressionen von zukünftigen Parties im Watergate wird es hier ganz bestimmt geben.

Andere Nightlife-”Magazine” sehen das anders und scheren sich einen Dreck um die Wünsche von Publikum, Künstlern und Eigentümer. Die üblichen Verdächtigen aus dem Hause Nachtagenten knipsten wieder mal genauso unkoordiniert durch die Gegend, wie es auch schon der Resident Advisor tat. Den Künstlern dabei im recht dunklen Watergate die Knipse direkt vor die Zahnleiste zu halten und dann direkt in die Augen zu blitzen, halte ich für gedankenlos, dumm und vor allem respektlos. Dilettanten wie diese unterminieren die Arbeit und die Anstrengungen echter Profis und bringen einen kompletten Bereich der Fotografie in Verruf. Denn, Eventfotos und Liveportraits können sehr wohl einen qualitativen künstlerischen bzw. journalistischen Background haben. Daher gibt es an dieser Stelle eine Art Best of meiner im Watergate geschossenen Bilder.

Doch zurück zur Pokerflat und Dessous Nacht, die nach fast einem Jahr Abstinenz wieder im Watergate gastierte. Pünktlich um 0:00 Uhr startete der Abend, als Phonique die ersten Grooves durch die Boxen des Waterfloors schickte. Der Ansturm war enorm, die Schlange reichte bis gut vors 103. Manch allzu große Grüppchen von besoffenen Engländern wurden kurzerhand auch wieder nach Hause geschickt. Glücklicherweise. Im Großen und Ganzen aber fanden sich die Wartenden dann auf den zwei Floors die die Welt bedeuten wieder. Phonique lies im Laufe seines Sets ein paar richtig gute uplifting Deep House Scheiben auf die Menschen los. Der Waterfloor nahm diese dankend an und so war der untere Bereich zu Beginn von Argys Warm-Up (Main Floor) bereits am Hände in die Luft schmeissen und rocken. Die freundliche Bar arbeitete flott alle Getränkewünsche ab und lies sich auch beim Wort Mojito (der frischen Minze wegen) nicht aus der Ruhe bringen.

Argys gespielter Sound war ein wenig schrullig, klimpernd und für meinen Geschmack zu aussagelos. Doch auch hier nahmen die Leute den Sound an und als um 3:00 Uhr das Pokerflat Aushängeschild Nummer 1, Steve Bug, übernahm, war der Main Floor schon ein Kochtopf kurz vor dem Siedepunkt. Selbstredend, dass Herr Bug diesen Siedepunkt locker übertraf und die Meute bis kurz vor dem gasförmigen Zustand brachte.

Jene hochkarätige Nacht, mit Acts wie Patrick Chardronnet (live), Clé oder Martin Landsky ging sicherlich noch lang, bis in den frühen oder gar späten Sonntag hinein. Mich zog es aber gegen 5 Uhr gen Richtung Heimat.