Der Duft des Ozeans und eine lebhafte Gastronomie inmitten romantisch verschlungener Gassen und Straßenbahnen, dass sind die Trümpfe mit denen Portugals Hauptstadt Lissabon punkten kann.

Vom Flughafen ins Stadtzentrum zu gelangen ist kinderleicht… Zum einen ist alles gut ausgeschildert, zum anderen befindet sich die Haltestelle des Aero-Busses direkt vor der Flughafenhalle. In 15 Minuten ist man dann auch schon am Rossio, dem zentralen Platz/Bezirk zwischen der Oberstadt (Bairro Alto) und der Altstadt Alfama.

Verlässt man am Rossio den Bus, sieht man über den Dächern schon Lissabons erstes Highlight thronen - die Aussichtsplattform des Elevador de Santa Justa. Dieser von einem Schüler Eiffels erbaute Aufzug verbindet den niedriger gelegenen Rossio mit der Oberstadt, speziell dem Bezirk Chiado, welcher sonst zu Fuß erklommen werden müsste. In den Abendstunden gibt es dort oben neben Gedränge auch Live-Musik, kaltes Bier und eine herrliche Aussicht auf das Stadtzentrum.

Unübersehbar sind die unzähligen Straßenbahnen, deren Schienen das Bild der Altstadt maßgeblich prägen. Eine der ausgedehntesten und vor allem sehenswertesten Fahrten ist die Reise mit der Linie 28 (Electrico 28), welche so gut wie keine Sehenswürdigkeit auslässt und besonders in den engen Gassen Alfamas nicht nur für Fans der Bahn ein malerisches Bild abgibt.

Moderne Architektur ist oft auf Funktionalität, verkörpert durch Glas und Stahl, ausgerichtet. Oftmals bleibt architektonischer Charakter und die Seele des Städtebaus dabei auf der Strecke. Im Park der Nationen ist das anders. Einzig der nackte Sichtbeton der unterirdischen Bahnstation Oriente trübt ein wenig die Stimmung der ansonsten sehr gut integrierten Gebäude und Pavillons, die einst die Expo 1998 beherbergten.

Die wohl großartigste Institution dieses Stadtteils ist das weltweit zweitgrößte Aquarium (Oceanario), in dem man selbst Exoten wie den einzigartigen Mondfisch bestaunen kann. Mühelos kann man einen halben Tag zwischen Nemo (Anemonenfischen) und Seepferdchen, Pinguinen und Stachelrochen verbringen.

Etwas außerhalb, genauer gesagt westlich des Stadtkerns, gibt es weitere Highlights zu bestaunen. An der Mündung des Tejo wacht der Torre de Belém über die ein- und ausfahrenden Schiffe. Leider gibt es keine Uferpromenade, die den Turm direkt mit z.B. dem Hieronymus-Kloster (Mosteiro dos Jerónimos) oder aber dem Denkmal der Entdeckungen (Padrão dos Descobrimentos) verbindet. Von der Stimmung her ist die Dämmerung am besten rund um den Torre de Belém zu genießen, da dieser beim Verschwinden der letzten Sonnenstrahlen illuminiert wird. Kloster und Denkmal hingegen “vegetieren” trotz großartiger architektonischer Wirkung nur im kalten Neonlicht der Straßenlampen dahin.

Leckereien gibt es in der Hauptstadt Portugals en masse, sei es süsser oder aber ozeanischer Natur. Die gegrillte Dorade oder aber Branzino gibt es schon ab 7-8 Euro. Leider wird allzu oft Dosengemüse dazu serviert, nach Restaurants die frisches Grün servieren muss man leider suchen. Nationalgericht ist der auf diverse Arten zubereitete Bacalhau (Stockfisch), den man südlich von Bairro Alto vielerorts kaufen kann. Lissabon ist allerdings auch eine Stadt der Gegensätze. Nur wenige Meter von Läden die Weine für 620 Euro oder aber Anzüge aus feinstem Vitale Barberis Canonico Tuch anbieten, findet man die sozialen Brennpunkte. Wo viele Touristen sind, finden sich auch Kriminelle ein. Ohne Probleme kann man sogar bei Tage Drogen erwerben, man wird auf der Strasse sogar danach gefragt… Auch waren die üblichen Ablenkungsmanöver, um ein Portemonnaie zu klauen oder den Inhalt einer Tasche zu erleichtern an der Tagesordnung. Vorsicht ist geboten…

An dieser Stelle sei noch auf die Fotos aus dem Aquarium in Bergen hingewiesen.

Verwendete Fototechnik: Canon EOS 1D Mark III, EF 24-70 f2.8L, EF 50 f1.4 , EF 85 f1.8, EF 100-400 f4.5-5.6L und das Sigma EX 12-24.