Sigma 12-24mm EX DG f/4.5-5.6 HSM
Ein hoch- aber auch grenzwertiges Objektiv ist das Ultraweitwinkelzoom 12-24mm EX von Sigma. Es ist das bis dato einzige UWW-Zoomobjektiv für Vollformat, dass bei 12mm anfängt und eine erstaunlich geringe Verzeichnung aufweist, da de facto alle Linien gerade verlaufen und nichts tonnenförmig abgebildet wird. Am Crop 1.6 ist die Auswahl zwischen gut abbildenden UWW-Objektiven inzwischen groß. Vergrößert sich aber der Chip, veringert sich die Objektivauswahl. Das Canon 16-35L bringt am Crop 1.3 leider nur effektive 20.8mm, wohingegen am Vollformat die 16mm des 16-35L schon wieder eine Alternative sind.
Nicht ohne Grund gibt es seitens Platzhirsch Canon keine derartig extreme Weitwinkellinse, denn technisch gesehen betritt das Sigma 12-24 Neuland. Für den Endnutzer bedeutet dies ein gewisses Maß an genereller Toleranz, vor allem aber Kompromissbereitschaft gegenüber der Abbildungsqualität mitzubringen. Ein 100%ig zentriertes Objektiv gibt es nicht, allerdings sind von Dezentrierung betroffene 33% des Bildes zu viel um mal eben ein Auge zuzudrücken. In der Regel bildet die Linse jedoch bis in die Ecken scharf ab.
Aber: Ich brauchte allerdings über 10 Anläufe, um ein relativ gut abbildendes 12-24 zu erwischen. Und auch hier musste ich kompromißbereit sein, da zum kurzen Ende hin, ab 22mm und aufwärts, die Abbildungsqualität wegen Dezentrierung auf der linken Seite einbricht. Aufgrund einer Anschlußbrennweite von 24mm sind die sich ergebenen 2mm Differenz locker durch ein/zwei Schritte nach vorn/hinten auszugleichen.
Pro
- Gute und wertige Verarbeitung. Bei neuen Objektiven ist allerdings der Zoomring sehr schwergängig.
- Voll auskorrigierte Brennweite von 12-24mm.
- Die Bildmitte liefert unabhängig von der gewählten Blende durchweg sehr akzeptable Ergebnisse.
- Schneller, leiser und treffsicherer HSM-Autofokus.
- Ideale Anschlußbrennweite für weit verbreitete 24-70mm Objektive.
Neutral
- Ringförmige Gegenlichtblende im Lieferumfang dabei. Bei 12mm ist diese allerdings nicht zu gebrauchen, da sie erheblich vignettiert.
- Kein Frontfilter nutzbar, da die Frontlinse gewölbt ist. Am Objektivende einsetzbare Gelatinefilter bieten eine nicht wirklich gute Filterleistung.
Contra
- Anfangsblende von f/4.5 oder gar f/5.6 ist zu lichtschwach, zumal die Linse bei Offenblende die Ränder relativ weich abbildet. Um korrekte Ergebnisse zu bekommen, ist ein Abblenden auf mindestens f/8 notwendig.
- Ferner beschneidet die geringe Anfangsblende die Möglichkeiten der ab f/2.8 aktiven hochempfindlichen AF-Kreuzsensoren der Canon EOS 1D Serie.
- Extrem hohe Serienstreuung, deren häufigstes Problem die Dezentrierung ist. Teilweise sind bis zu 33% des Bildes von den schlechten Rändern betroffen. Achtung: es kann auch Dezentrierung bei nur einem Brennweitenende auftreten, also nur bei 12mm oder 24mm.
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