Zwei mal drei macht vier, widde widde witt und drei macht neune. Und dann noch die Quadratwurzel ziehen und mit Pi multiplizieren. Fertig ist das EU-Stimmgewicht Polens. Was wäre wenn Cäsar ein Pole gewesen wäre? Hätte dann das Zentrum des römischen Reiches in Warschau gelegen? Könnte man dann Reparationsforderungen wegen subversiver Tätigkeiten an den Rechtsnachfolger des oströmischen Reiches stellen?

Schade das es sich beim Anlaß dieser einleitenden Sätze nicht wirklich um Pippi Langstrumpf handelt, sondern um die realitätsfremden Absonderungen des in rechten Fahrwasser schwimmenden polnischen Regierungsduos Lech und Jaroslaw Kaczynski. Der neuerliche Vorstoß, man müsse die polnischen Kriegsopfer beim EU-Stimmgewicht Polens berücksichtigen, ist einfach nur noch grotesk.

Geht es noch realitätsfremder meine Herren? Ich finde es beschämend, wie sie das einst gute Deutsch-Polnische Verhältnis absichtlich torpedieren, um weiterhin rechtspopulistischerweise ihre Macht untermauern zu können, indem sie die historische Karte spielen, bei den Alten punkten und die Denkweise der Jugend versuchen zu beeinflussen.

Zur Erinnerung: Die Kaczynskis stürzten intrigant (mit fadenscheinigen Anschuldigungen) Lech WaÅ‚esa aus dem Amt. Polen ist derzeit der größte Nettoempfänger von EU-Subventionen. In Polen herrscht große Arbeitslosigkeit, weswegen in den letzten Jahren allein nach Großbritannien und Irland über 400.000 junge Menschen pro Jahr immigrierten. Vor diesem Hintergrund ist das Stellen derartiger Forderungen und Denunzieren europäischer Nachbarn meiner Meinung nach unangebracht.

Man stelle sich vor man ist Staatschef und muss sich ernsthaft mit solchen Personen und deren Entgleisungen beschäftigen… Ein Glück weiß ich, dass ein Großteil der jungen Polen, also unserer Generation, da anders denkt und anders handelt und nicht immer die historische Karte spielt. Ohne die SolidarnoÅ›c hätte der Annäherungsprozeß zwischen Ost und West anders ausgesehen, auch für uns Deutsche. Dieses historische Erbe, welches vor allem eine Gemeinsamkeit zwischen Ostdeutschland und Polen ist, wird von den Kaczynskis ohne Rücksicht auf Verluste mit Füßen getreten.

Ich empfehle das zuletzt auf arte gezeigte Portrait der Kaczynskis anzuschauen.

Kleiner Vorschlag meine Herren Kaczynski: bei der russischen Importblockade gegen polnisches Getreide und Fleisch einfach mal die Kriegs- und Terrortoten Stalins in die Entschädigungsforderung mit einrechnen und sie Russland präsentieren. Diese “de facto lebenden” Menschen könnten ja heute alle Fleisch- oder Getreidehändler sein und somit keinen Gewinn mehr auf dem russischen Markt erzielen…