Palmyras antike römische Ruinen

Bereits vor mehreren tausend Jahren schätzten die mächtigen Römer die Oase Palmyra (تدمر), das heutige syrische Tadmur, als eine Stätte zum Auftanken inmitten der Wüste. Sie bauten die Oase aus und hinterließen uns, als das Riesenreich kollabierte, einen Ort, dessen einzigartiger historischer Charme das Verschwinden des römischen Imperiums nicht hätte plakativer darstellen könnte. Jene Überbleibsel des einstigen Weltreiches können es locker mit großen Wundern wie den Pyramiden oder aber der Wüstenstadt Petra aufnehmen, besonders wenn die Wüstensonne beim beim Auf- und Untergehen den Star der Ruinen, das Tetrapylon in Szene setzt.

Auf einer abenteuerlichen Fahrt in einem normalen Auto mit 80-90 Sachen über eine Geröllwüstenpiste, krallten sich meine Finger genauso fest ins Interieur, wie die ölverschmierten Hände des Fahrers ans Lenkrad. Mit Antworten und Kommentaren wie: is crazy, is very crazy, is very nice und is very old verlief die Fahrt verbal zwar eintönig wie die Wüste, aber trotz geschwindigkeitsbedingten Stifts in der Hose irgendwie sehr lustig, zumindest was die Wortwahl des Fahrers betraf :-)

Circa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang trafen wir in Tadmur, der Oasenstadt neben den Ruinen des einstigen Palmyra ein. Sofort verschlug es mich zur Festung, die ca. 4-5km außerhalb Tadmurs liegt und einen schönen Blick auf die Ruinen gestattet. Der Magie des Sonnenuntergangs bewusst, waren auch nicht wenige fliegende Händler zugegen, die den nach und nach mit Bussen eintreffenden Touristen jeglichen erdenkbaren Krimskrams zu verkaufen versuchten.

Die Anwesenheit einer großen Horde Touristen lässt bei einem Wüstensonnenuntergang wenig Romantik aufkommen, dennoch ist das Beobachten der länger werdenden Schatten von Gräbern, Säulen und Felsen ein optischer Genuss wenn man hoch oben auf der arabischen Festung steht und in die Weite guckt.

Ich beschloss relativ früh zu Bett zu gehen, da Tadmur zum einen nicht viele kulinarische Überraschungen bereithält, auf der anderen verpasst man zwischen Verschwinden der Sonne und Morgendämmerung nicht wirklich viel. Frühes Einschlafen garantiert am nächsten Tag fit zu sein, um mal wieder in der Früh das Licht des Sonnenaufgangs nutzen zu können. In der Nacht kündigte sich aber bereits Wind an, der so stark am Fliegengitter rüttelte, dass man unweigerlich früher als geplant wach wurde.

Bis zu den Morgenstunden hatte sich dieses nächtliche Lüftchen in einen veritabel starken Wind verwandelt, der einem gnadenlos Sand in die Augen peitschte und obendrein richtig kalt war. Wenn man beim Ausatmen den Atemdampf sieht, dann hat man einen recht guten Indikator das es alles andere als tropisch warm, sprich arschkalt ist. Staub und Sand hatte natürlich auch Einfluss auf die Lichtstimmung. Freunden der Düsseldorfer Schule bescherte dies diffuse Lichtverhältnisse, da nur wenige Male ein direkter Kontakt zwischen Sonnenstrahlen und Säulen zustande kam. Sukzessive kämpfte sich die Sonne empor, vertrieb die Kälte und tauchte die antiken römischen Ruinen Palmyras in einen Farbverlauf von zartrosa nach dunkelblau. Verwendete Fototechnik: Canon EOS 20D, Tamron 17-50 f/2.8, Tamron 28-75 f/2.8, Sigma 80-400 DG OS f/4.5-5.6