Hama – Am Rad gedreht

Hat man Hama erreicht, hört man die Hauptattraktion meist schon von weitem. Nach der Ankunft in Hama (حماة) ist es durchaus ratsam sich ein Taxi zu schnappen, denn jene Endhaltestelle der Minibusse liegt weit außerhalb der Stadt. Man orientiert sich am besten entweder am Geräusch der Wasserräder oder aber noch besser am Clock Tower. Hat man diesen gefunden, folgt man einfach dem Verlauf des Orontes um die Holzriesen zu finden. Je nach Wasserstand, Jahreszeit und Verdauungsbefinden, riecht man den Fluss aufgrund seiner suboptimalen Wasserqualität schon von weitem. Den Enten allerdings schien das nichts auszumachen, da diese fröhlich, frisch und frei kopfüber ein Bad in dieser undefinierbaren Brühe nahmen.

Läuft man durch die Altstadt und spaziert entlang der Uferlinien, so dauert es in der Regel nicht lang und man macht die erste Bekanntschaft mit den Norias (ناعورة). Ebenfalls je nach Wasserstand sind die Schieber geöffnet und lassen die Räder laut knarrend ihre Runden drehen. Bei allen Rädern ist noch das Aquädukt sichtbar, dass das geförderte Wasser einst auf die Felder transportierte.

Auch Hama gibt es einen Azem Palast, dessen liebevoll gestalteter kleiner Innenhof die Augen verwöhnt. Allerdings erfuhren bei meinem Besuch im Frühjahr 2007 viele Räume des Palastes, gar ein Großteil der Altstadt, eine Generalrekonstruktion und -pflege und waren somit leider nicht zugänglich.

An dieser Stelle möchte ich nochmals auf die syrische Offenheit und Gastfreundlichkeit eingehen, denn während ich da allein mit dem Stativ den Norias “auf die Pelle rückte”, sammelten sich entspannt ein paar Menschen, guckten mir über die Schulter, erfreuten sich an den Bildern und forderten mich dann auch mal auf von ihnen ein Foto zu schießen.

Vom Azem Palast wiederkehrend traf ich auf zwei Bauarbeiter, die beide auf den Namen Faiz (was so viel Gewinner bedeutet) hören. Beide sind palästinensische Flüchtlinge, leben und arbeiten in Syrien wobei momentan Mithilfe an der Rekonstruktion der Altstadt Hamas auf ihrem Plan steht. Beide waren geradezu vernarrt, als ich erwähnte, dass ich aus Almanya, aus Deutschland käme. Sofort kramten sie ein paar Brocken ihres Allgemeinwissens hervor und zu meinem Erstaunen wussten sie z.B. sehr gut über den Fall der Mauer Bescheid. Der Vater des Einen lebte in den 80er Jahren in der DDR, sogar in Berlin. Und so entwickelte sich aus dem Plausch ein recht interessantes und kurzweiliges Gespräch bei dem natürlich ein Gläschen Tee mit im Spiel war. Selbst der heran eilende Chef brachte die Zwei nicht aus der Ruhe.

Verwendete Fototechnik: Canon EOS 20D, Canon EF-S 10-22, Tamron 17-50 f2.8, Tamron 28-75 f2.8, Sigma 80-400 OS f4.5-5.6