Creamfields Polen 2006, Wroclaw (PL)

Nach einer Pause von 2 Jahren erfuhr das polnische Creamfields eine Wiederbelegung die es in sich hatte. Mit Acts wie Deep Dish, Kosheen, Richie Hawtin, den Audio Bullys, Andy C, Lucca, Paul van Dyk, Scarlett Etienne und noch vielen vielen anderen war dieser 1. Juli in Wroclaw (Breslau) ein Samstag des musikalischen Ausnahmezustandes. Kurz zuvor verscherzte ich es mir mit den englischen Fußballfans, da mir Portugal irgendwie mehr am Herzen lag als die britischen Jungs. Angesichts der hohen Gagen die die Acts kassieren, emfinde ich ein absichtliches verzögern des Festivalzeitplans eines Fußballspiels wegen als eine Respektlosigkeit den Fans gegenüber. Nichts desto trotz hielt sich der Großteil der Künstler an ihre Zeiten und das polnische Creamfields gewann an Fahrt.

Ein Agrarflieger-Flugplatz südwestlich von Wroclaw war der Spielplatz des üblichen Creamfields Konzeptes, welches drei Zelte und die Hauptbühne umfasst. Gegen ca. 18:00 erreichte ich per Taxi und zusammen mit Scarlett Etienne das Festivalgelände. Auf den Zubringerstraßen filzten die Bullen bereits viele der per Auto angereisten Gäste. Ich begab bis auf den kurzen Taxitransfer von Breslau zum Festivalgelände mein Schicksal in die Hände der Deutsch/Polnischen Bahn, und fuhr ganz gut, zumal die Gebete der Creamfields-Crew vom Klimagott erhört wurden und er schweißtreibende 30 Grad und Sonne satt gen Erde sand.
Der wohl frenetischst gefeierte Auftritt war wohl der von Deep Dish. Sowohl Sharam als auch Dubfire setzen das von Bob Sinclar vorbereitete Mystic House Zelt in Brand. Ein ebenfalls sehr gutes Set bot Richie Hawtin dar, der inspiriert durch zwei Flaschen Champagner seine grandiose Techno-Mischung auf die Leute des Tech Genetic Zeltes loslies.

Die Perle dieser Nacht, und damit des gesamten polnischen Creamfields 2006, war jedoch Andy C, dessen DJ-Fähigkeiten im Bereich Drum’n Bass einfach jedermanns Kinnlade hat runterklappen lassen. Zusammen mit Andy ging es dann gegen 8:00 Uhr auch wieder zurück gen Wroclaw, auf dessen Bahnhof ich dank Verspätung noch weitere 2 Stunden zubringen durfte. Nachdem ich mich auf einer Bahnhofsbank sitzend mehr oder weniger erfolgreich der Miteinbeziehung in Tauben-Fortpflanzungsrituale widersetzte, ging es dann mit defekter Klimaanlage im vollbesetzten Großraumabteil bei erneut gut 30 Grad und Sonne zurück nach Berlin.